Borschtschiw-Stickerei

Lange Zeit wurde die ukrainische Stickerei mit den lebhaftesten und kontrastreichsten Farben assoziiert – Rot ergänzt durch Blau, Schwarz oder sogar Grün. Unter dieser Vielfalt sticht die Borschtschiv-Stickerei auf besondere Weise hervor, die sich durch eine eigene Art der Verzierung und unvergessliche Farben auszeichnet. In der Regel wurden solche Hemden hauptsächlich in dunklen Farben bestickt, wobei das Hauptmerkmal die dichte und kompakte Stickerei von den Manschetten bis zum Ärmelansatz war. Betrachten wir die wichtigsten Merkmale dieser Kleidung.

Legenden und Merkmale der Borschtschiv-Stickerei

Das Hauptmerkmal ist die schwarze Farbe des Garns, mit der die alten Stickerinnen der Erde Tribut zollten. Eine andere Legende besagt, dass die Verwendung schwarzer Fäden eng mit den traurigen Ereignissen des 17. Jahrhunderts verbunden ist, die sich in der Region Ternopil abspielten. Damals wurden die Borschtschiv-Dörfer regelmäßig von den Mongolen-Tataren überfallen, was dazu führte, dass ein Großteil der männlichen Bevölkerung getötet wurde.

Das Land von Ternopil trauerte, und als Zeichen der Trauer schworen die Frauen, sieben Generationen lang nur noch mit schwarzen Fäden bestickte Hemden zu tragen. Seitdem wurden selbst Hochzeits- und Festtagskleider mit schwarzer Stickerei angefertigt. Historischen Berechnungen zufolge endete die siebte Generation in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, weshalb danach nicht nur Trauerfarben, sondern auch hellere Farben auf den Borschtschiv-Stickereien erschienen.

Seitdem hat sich auch die Art der Muster verändert – leichte florale Motive ersetzten die pedantischen und strengen geometrischen Muster, die scharfe Ecken aufwiesen und in denen Familiensymbole sowie verschiedene Amulette als Bedeutungen eingebettet waren. Ein konstantes Merkmal bleibt jedoch die hohe Dichte der Ornamente, die die Vorderseite und die Ärmel des Hemdes fast vollständig bedecken.

Grundlegende Sticktechniken

Neben den Farben ist heute die Naht ein charakteristisches Merkmal der Borschtschiv-Vyshyvanky. Die Hemden wurden mit dicken Wollfäden bestickt, die spiralförmig gedreht waren. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Techniken für die Stickerei solcher Hemden. Die beliebtesten Varianten sind:

  • Kreuzstich (mit und ohne Unterlage);
  • Blockstich;
  • Knotenstich (curly stitch);
  • Stielstich;
  • Durchbruchstickerei, usw.

Bei einigen Modellen fügten die Meisterinnen Perlen hinzu. Es gibt Exemplare, bei denen bis zu fünf verschiedene Arten von Stichen kombiniert werden. Dabei gilt die gedrehte Naht als die gebräuchlichste und charakteristischste für Borschtschiv-Hemden. Diese Sticktechnik ähnelt einer Naht, die man als „Knotenstich“ bezeichnet. Der Unterschied besteht darin, dass eine große Anzahl von Windungen auf die Nadel gewickelt wird, wodurch ein ziemlich langer Stich entsteht. Im Volksmund wurde diese Nahtart „lockig“, „gedreht“ oder „verschlungen“ genannt. In der modernen Welt trägt sie den Namen „Rokokostich“. Mit Hilfe einer solchen Naht war es möglich, eine Vielzahl von Mustern auf jeden Stoff zu sticken.

Heute können Sie eine Borschtschiv-Vyshyvanka in unserem Online-Shop kaufen, während die Stickerinnen in der Antike viel Zeit für die Herstellung jedes einzelnen Hemdes aufbrachten. Der mühsame Prozess, nur einen einzigen Ärmel zu besticken, konnte mehrere Monate täglicher Arbeit in Anspruch nehmen, sodass ein fertiges Hemd oft erst nach zwei bis drei Jahren harter Arbeit vollendet war.

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