Bestickte Kleidung in Indien

Das Hauptmerkmal der indischen Stickerei liegt im großen Wunsch, Kleidung zu verzieren und dadurch die nationale Einzigartigkeit sowie einen exquisiten Geschmack zum Ausdruck zu bringen. Die ersten Aufzeichnungen über die Stickerei als Handwerk stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und sind in den altindischen „Veden“ zu finden.

Die moderne indische Stickerei spiegelt die bewegte Geschichte dieses überaus interessanten Landes wider.

Die Geschichte der indischen Stickerei

The history of the Indian embroidery

Das wichtigste Merkmal der indischen Stickerei ist, dass sie viele traditionelle Elemente der Kulturen anderer Völker in sich aufgenommen hat. Zudem gingen die Kunsthandwerkerinnen bei der Adaption von Mustern und Sticktechniken sehr kreativ vor.

Chinesische Händler, die eine breite Palette an Waren verkauften, brachten beispielsweise die Gewohnheit nach Indien, Kleidung mit Gold- und Silberstickereien zu verzieren. Man muss anmerken, dass die Menschen in Indien prachtvoll bestickte Dinge liebten. Sie kopierten jedoch die chinesischen Muster nicht blind, sondern setzten die edle Stickkunst gekonnt gemäß ihrer eigenen nationalen Traditionen und Bräuche ein.

Indien übernahm auch die chinesische Art der Plattstichstickerei. Diese Technik durchlief einen langen Weg der Verbesserung und zahlreicher Wandlungen. Infolgedessen entwickelte sie sich zu einer der am weitesten verbreiteten und beliebtesten Techniken. Heute wird die traditionelle Kleidung indischer Frauen, der Sari, mit rein nationalen Mustern im Plattstich verziert. Die Einzigartigkeit des Saris liegt darin, dass ein 9 Meter langes Stoffstück so um den Körper gewickelt wird, dass weiche Falten entstehen. Die breiten Ränder des Stoffes sind mit einer Vielzahl von Mustern bestickt, was der Kleidung Raffinesse und Eleganz verleiht.

Eine weitere Anleihe, die in die indische Stickerei einfloss, ist das Blumenmotiv, das von Muslimen nach Indien gebracht wurde. Die einheimischen Frauen mochten gemusterte und bestickte Stoffe. Infolgedessen wurden diese nicht nur für festliche, sondern auch für die alltägliche Kleidung weit verbreitet verwendet.

Im Laufe der Zeit begannen die Handwerkerinnen, die bestickte Kleidung um rein nationale Merkmale zu ergänzen, nämlich:

  • originelle Stiche;
  • kleine Spiegel;
  • glänzende Steinchen;
  • Drähte aus verschiedenen Metallen;
  • Seidenfäden.

Die Verwendung von Stickerei in der indischen Kleidung

Embroidery in Indian wear

In der Regel wird das traditionelle Frauenkleid – der Sari – für Stickereien verwendet. Der einfarbige Stoff wird mit Blumen, exotischen Pflanzen, Vögeln und geometrischen Mustern verziert. Dabei werden Silber- oder Goldfäden verwendet, ergänzt durch Strasssteine oder Perlen.

Neben dem Sari tragen indische Frauen moderne Kleider, die ebenfalls mit Stickereien verziert sind. Helle Stickereien machen die Kleidung nicht nur festlich, sondern auch äußerst raffiniert. Zudem beweisen elegant bestickte Taschen, Clutches, Geldbörsen, Brillenetuis usw. den exquisiten Geschmack der indischen Frauen. Und natürlich dürfen wir die Männer nicht vergessen, deren Anzüge ebenfalls mit Stickereien verziert sind.

Das traditionelle lange Männerhemd, bekannt als Kurta, wird an den Ärmeln und am Saum bestickt. Dieses Hemd hat keinen Kragen, aber der tiefe Ausschnitt muss in jedem Fall bestickt sein. Indische Männer tragen über dem Hemd eine knielange Jacke. Hierbei ist der Fantasie fast keine Grenze gesetzt, denn Jackenrevers, Schals, Ärmel, Taschen und der Rücken können mit Stickereien verziert werden.

Es ist unmöglich, sich indische Hochzeitskleidung ohne Stickereien vorzustellen. Symbole als Amulette werden – genau wie in der Ukraine – auf Brautkleider gestickt, um sie vor dem bösen Blick zu schützen und ein glückliches Eheleben zu verheißen.

Neben der Alltags- und Festtagskleidung lieben es die Menschen in Indien, Kopfbedeckungen und Schuhe zu besticken. Dies ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Angehörigen dieser Nation, da diese Art der Verzierung nur für sie charakteristisch ist.

Die fertigen Stickereien der indischen Handwerkerinnen beeindrucken durch ihre einzigartige Raffinesse, ihren Reichtum und ihre Eleganz.

Ein besonderes Merkmal der indischen Stickerei liegt darin, dass jede Region des Landes ihre eigenen Farben aufweisen kann. Eine Region verwendet nur natürliche Seidenfäden, die andere kombiniert Farben auf einzigartige Weise. Zudem gibt es Regionen, in denen die Menschen wissen, wie man spezifische Symbole stickt, wodurch diese dem Träger der Kleidung hilfreich sein sollen, usw.

Die indische Stickerei ist eine feine Brücke zwischen Geschichte und Moderne, die nicht nur viele Generationen verbindet, sondern sie auch lehrt, ihr Land zu lieben, ihre Traditionen zu respektieren und stolz auf ihre Vorfahren zu sein.

Indian embroidered in folks Embroidery in the Indian style
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