Die uralte Kultur der fernöstlichen Völker ist bis heute lebendig, denn moderne modebewusste Frauen lieben es, traditionelle nationale bestickte Hemden zu tragen. Bezaubernde farbenprächtige Fäden, exquisite Muster und hochwertige Stoffe ziehen sie sofort in ihren Bann.
Chinesische Stickerei

Stickerei ist eines der ältesten Handwerke der Welt. Die chinesische Seidenstickerei blickt auf eine zweitausendjährige Geschichte zurück. Chinesische Stickereien sind elegant, stilvoll, raffiniert und leuchtend. Ein natürlicher Glanz der Fäden lässt sie erstrahlen. Den meisten chinesischen Kunsthandwerkerinnen gelang es, verschiedene Abbilder von Blumen, Vögeln, Landschaften und Helden aus Epen auf Stoff festzuhalten.
Die traditionelle chinesische Stickerei hat ihren Ursprung in der Stadt Suzhou im Süden Chinas. Bald erhielt diese kleine Stadt sogar den ehrenvollen Namen „Hauptstadt der Vyshyvanka“. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts entwickelte sich Suzhou zu einem bedeutenden Zentrum der Seidenproduktion. Fast jede Familie hatte ihre eigenen Geheimnisse der Stickkunst und kunstvoll bestickte Stoffe. Zudem beschäftigte sich fast jede Familie mit der Zucht von Seidenraupen und konnte hochwertige Fäden und Stoffe herstellen. Es ist nur natürlich, dass die chinesischen Kunsthandwerkerinnen ihre Geheimnisse wie ihren Augapfel hüteten.
Chinesische Stickerei ist ein einzigartiges Kunstwerk, da die Sticktechnik es ihnen scheinbar ermöglicht, ein echtes Gemälde mit Seide zu zeichnen. Solch mühsame Arbeit lässt unglaublich elegante und schöne bestickte Kleider entstehen. Das Hauptmerkmal der chinesischen Stickerei ist die Technik, große Teile eines Musters mit Stichen unterschiedlicher Länge zu füllen.
Die Prinzipien und Fertigkeiten der Stickerei haben sich über Tausende von Jahren kaum verändert. Seit ihrer Kindheit lernt ein Mädchen von ihrer liebenden Mutter, die Nadel zu halten, Fäden sorgfältig auszuwählen und verschiedene Muster zu sticken – kurz gesagt, zu erschaffen!
Japanische Stickerei

Auf Reisen durch die Länder des Fernen Ostens gelangen wir an einen der geheimnisvollsten Orte der Welt – Japan, wo die Kunst der Stickerei eine lange Geschichte hat. Hier erlebte die Beliebtheit bestickter Kleidung im 17. Jahrhundert ihre Blütezeit. Obwohl Japan ein Inselstaat ist, orientierten sich seine Traditionen an den Modetrends der Welt. Leuchtend bestickte Kleidung blieb nur wohlhabenden Oberschichtmitgliedern, den Angehörigen des kaiserlichen Hofes und reichen Kaufleuten vorbehalten.
Das Hauptmerkmal der japanischen Stickerei ist die Verwendung vieler Schichten. Japanische Kunsthandwerkerinnen legten mehrere Stofflagen übereinander, nähten sie zusammen und verzierten sie anschließend mit Mustern. Es ist erwähnenswert, dass die für ihren subtilen Geschmack bekannten Japaner schon immer großen Wert auf die in den Stoff eingearbeiteten Symbole legten und dies auch heute noch tun. Es ist unvorstellbar, dass eine Japanerin die symbolische Bedeutung der auf ihrem Kimono eingestickten Muster nicht kennen würde. In der Regel bevorzugen die Japaner Pflanzen- und Tiermotive, die sich durch Leuchtkraft, Exquisitheit, Ästhetik und Tiefe auszeichnen.
Geometrische Muster, die symbolisch die Blüte von Blumen, die Bewegung von Vogelflügeln und das Keimen zarter Grashalme darstellen, symbolisieren die Kontinuität des Lebens und die Kraft der Natur.
Traditionelle und moderne japanische Kleider werden mit Baumwoll- und Seidenfäden unter Verwendung verschiedener Sticharten bestickt. Modebewusste Frauen bevorzugen Kleider, die in Plattstich mit Seidenfäden auf Seidenstoff gearbeitet sind, was außerordentlich festlich und elegant wirkt.
Die Herstellung und das Tragen bestickter Kleidung durch fernöstliche Völker ist eine außerordentlich gute und jahrhundertealte Tradition. Sie gewinnt immer mehr an Popularität und entwickelt sich weiter, wobei sie neue Bedeutungen und Symbole gewinnt.
